Mückenschiss to go

Shownotes

Mücke. Geografischer Mittelpunkt Hessens. Bekannt für: bisher wenig. Bis Julia Gärtner mit vier Jahren beschloss, das Familienhotel zu übernehmen. Und mit einer Praline namens Mückenschiss auf Messen in Hamburg und Berlin auftauchte. Seitdem weiß die Republik, wo Mücke liegt. In dieser Episode von **Sprechstoff Hörreise **reden wir über Ochsenschwanz mit Verantwortungsbewusstsein, ihre Oma, die an Tisch 13 fast vom Stuhl gefallen wäre, und warum Langeweile im Lockdown zur Chocolatier-Prüfung führt. Außerdem: Rinder, die klassische Musik hören. Weil sie es verdient haben. Wer danach immer noch glaubt, auf dem Land passiert nichts – der hat diese Folge nicht gehört.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir sind hier bei uns im Land Hotel Gärtner, das in Mücke und das ist der Mittelpunkt von Hessen.

00:00:06: Es ist eine wunderschöne Region hier bei unserem Vogelsberg mit vielen schönen Bergmewiesen unter anderem und wir haben eine super tolle Natur.

00:00:15: Wir können jeden Tag hier rausgehen und uns frei bewegen!

00:00:19: Das kann man natürlich in der Stadt nicht... Wir sind bei uns hier im Hotel mit Restaurant.

00:00:26: Das heißt, wir haben ja Bärenz S-Zimmer und eine Pralinenmanufaktur.

00:00:30: Die heißt Jules Chocolate Queens Und auch eine Sonnenterrasse.

00:00:34: das ist Jules Lounge wo wir unser Frühstücksbefehl anbieten.

00:00:54: Ja genau!

00:00:55: Der geografische Mittelpunkt Hessens ein Ort den viele nicht kennen und den man danach nicht mehr vergisst weil hier jemand eine Praline verkauft, die Mückenschiss heißt und damit auf Veranstaltung in Hamburg und Berlin auftaucht.

00:01:08: Julia Gärtner ist Köchin – Schokoladier Brutschafterin für eine bedrohte Rinderrasse.

00:01:13: Mit vier Jahren hatte sie ihren Berufsplan fertig.

00:01:16: In der aktuellen Folge von Sprechstoffhör-Reise reden wir über Sauerbraten, Schmorgerechte Nose to Tail Küche, eine Oma die entrüstet an Tisch drei Zensas und warum Regionalismus mit Löwenzahn auf der Wiese anfängt.

00:01:30: Außerdem, warum man im Vogelsberg sein Handy ruhig zu Hause lassen darf – und was ein Oxenschwanz mit Verantwortung zu tun hat.

00:01:37: Sprechstoffhörreise ist mal wieder für vier Folgen im Vogelberg unterwegs!

00:01:42: Mein Name ist Holger Bernhardt und ich wünsche viel Spaß beim Zuhören!

00:01:46: Mein Name ist eigentlich Julia Jasmin Gerdner und ich habe nach dem Abitur damals, das hab' ich damals schon im beruflichen Gymnasium gemacht mit der Fachrichtung Ernährungsseere weil ich ja schon wusste was ich machen will.

00:02:01: Und dann habe ich danach Köchin gelernt und bin anschließend in Frankfurt gewesen, habe viele Seminare während meiner Ja, Zeit als ich da gearbeitet habe gemacht auch in der Patisserie.

00:02:14: Da hab' ich immer Urlaub genommen für und danach bin ich auf die Hotelfachschule gegangen und hab' Hotel- und Tourismuslehre studiert mit Betriebswirtschaft Und anschließend dann kam Corona.

00:02:30: Da habe ich noch ein Schokoladier gemacht.

00:02:32: Da war mir nämlich langweilig.

00:02:34: Moin Julia!

00:02:35: Moin Holger

00:02:37: Du bist im Hotel aufgewachsen Dass die Hotelfachschule erfolgreich absolviert und bis zum Jahrzehnte zurückgekommen nach Mücke, wann war dir klar?

00:02:48: Das hier ist mein Weg.

00:02:50: Oh das ganz einfach zu beantworten!

00:02:52: Ich glaube da war ich vier.

00:02:54: Da haben mich Gäste gefragt was ich werden will und dann habe ich gesagt irgendwann werde ich den Laden meiner Eltern übernehmen.

00:03:00: So einfach ist

00:03:02: das.

00:03:04: Mit Anfang zwanzig, dass Ruder eines Familienbetriebs übernehmen – das ist keine Kleinigkeit!

00:03:09: Wie wichtig war und ist die Unterstützung deiner Eltern dabei?

00:03:13: Und wo mussten sie auch mal

00:03:15: loslassen?".

00:03:16: Da hast du Recht.

00:03:17: Das ist nicht unbedingt einfach und ich denke, dass meine Eltern mich sehr, sehr viel unterstützt haben und es auch immer noch tun.

00:03:26: Und wir natürlich traditionelle Wege mit modernen Wegen verbinden.

00:03:31: Das bedeutet dass wir zum Beispiel Sachen die wir früher geschmort haben.

00:03:35: Wir haben ganz viele Sachen hier ja auch gemacht und hergestellt wo man zb Dinge schmoret das lernt man heute gar nicht mehr.

00:03:43: so.

00:03:44: Und dann kam natürlich neue Einflüsse von den Sachen, die ich gelernt habe.

00:03:49: Die sich natürlich toll mit den Sachen meiner Eltern kombiniert haben.

00:03:53: und meine Eltern sind immer den Weg sozusagen mit mir gegangen und haben auch viel losgelassen und auch Neues ausprobiert.

00:04:02: und Ich hab mich aber auch angepasst weil ich bin ja hier aufgewachsen und ich glaube das ist die Kombination dessen dass das gut funktioniert.

00:04:10: Dein Vater Bern steht für Bernds Esszimmer.

00:04:13: Du für Jules Breakfast & More, wie läuft das zusammen wenn Vater und Tochter gemeinsam eine Küche führen?

00:04:21: Wie ich eben schon gesagt habe – Das ganz traditionelle Einflüsse sozusagen von ihm hat noch diese traditionelle französische Küche gelernt Und bei mir ist es dann schon etwas moderner gewesen und das hat sich sehr toll kombinieren lassen.

00:04:35: Natürlich muss man das eine abwägen und das andere.

00:04:38: Und man muss sich am Ende vom Tag immer wieder lieb haben, ja?

00:04:42: Das ist manchmal gar nicht so einfach.

00:04:43: Kann mir vorstellen, dass es in vielen anderen Familienbetrieben auch so ist – egal was man macht!

00:04:50: Die ersten Erfahrungen mit meinem Papa in der Küche hatte ich eigentlich noch ganz klein.

00:04:54: Da saß ich oben auf der Spülmaschine und habe zugeguckt

00:04:58: Euer Haus trägt die ganze Familie im Namen Jules Lounge, Christine's Garage.

00:05:03: Berns Esszimmer steckt da ein bewusstes Konzept dahinter?

00:05:06: oder hat sich das einfach so ergeben?

00:05:08: Nein, da steckt schon ein bewusstem Konzept Dahinter.

00:05:11: also bei uns ist es schon so dass die ganze familie mit involviert ist und ganz viele Menschen auch aus unserem Umfeld Oma, Opa immer mit geholfen haben was für uns sehr wichtig war Weil man so was gar nicht aufbauen kann ohne diese Hilfe.

00:05:30: Wir haben dann überlegt, also früher war das zum Beispiel ... Das hieß der Clubraum des Jägerstübchenes.

00:05:35: Das sitzen wir jetzt sozusagen gerade drin und jetzt ist es ja während Esszimmer aber das ist auch schon seit einigen Jahren so.

00:05:41: Und wir haben denn überlegt wie kann man das Restaurant zum Beispiel benennen?

00:05:45: Was ist strukturell und auch... Wie soll ich sagen?

00:05:52: Welche regionalen Gerichte bieten wir an und für wen steht das?

00:05:55: Und mein Papa ist sozusagen mein Held der Schmoregerichte und ich durfte das bei ihm lernen.

00:06:02: Dann haben wir gesagt, gut dann ist es Bernds Esszimmer.

00:06:04: Das ist ein Restaurant mit dieser Handschrift aber natürlich können wir das ja auch alle kochen.

00:06:10: Aber ich wollte schon dass da irgendwie so was bleibt wenn jemand nicht mehr da ist.

00:06:15: Deswegen heißt die Kaminbar dann teames Garage weil...das ist irgendwie fetzig!

00:06:23: Regionales Kochen klingt heute nach Trend.

00:06:26: Bei euch ist es seit Jahrzehnten gelebte Praxis.

00:06:29: Was macht den Unterschied zwischen echten Regionalismus und dem, was mancher nur als Marketingbegriff nutzt?

00:06:37: Für mich sind das alte Traditionen.

00:06:39: also ich bin natürlich dadurch dass sich hier aufgewachsen bin viel bei meiner Oma gewesen um.

00:06:45: meine Oma hat auch schon immer Mayonnaise selber gemacht.

00:06:48: Also da kam nichts auf den Tisch was nicht selbst gemacht war wofür ich sehr dankbar bin, dass sich sowas nicht essen musste.

00:06:57: Weil das macht sich natürlich jetzt auch bemerkbar, dass ich das damals schon dann nicht essen wollte und möchte ich auch immer noch nicht.

00:07:05: Und wenn ich dann so verschiedene Sachen habe, dass mich einfach so sehr freue, wenn ich hier in den Wald gehe oder ich gehe irgendwie auf die Wiese und ich finde Löwenzahn, kann ich da auch Wildkräutersalat von machen.

00:07:18: Ich glaube, wenn es damit nicht aufgewachsen wäre, wäre das anders!

00:07:21: Unter anderem haben wir ja dieses Vogelsberger Höhenvieh.

00:07:24: Und ich glaube, das ist für mich... Also für mich ist es nicht nur ein Marketingbegriff sondern ich finde es sehr wichtig dass man einen Tier oder auch bei Gemüse alles verwendet was man verwenden kann und dass man nichts wegschmeißt.

00:07:39: Ja?

00:07:40: Dieses Nose to Tail beim Tier finde ich hat auch etwas beim Gemüso- und beim Obst zu tun.

00:07:45: die ganze Region oder diese ganze Natur macht es ja nicht einfach nur damit wir verschwenderisch damit umgehen.

00:07:52: Es gibt Kulturen, da können wir gar nicht so viel... Ja, an Lebensmittel gewinnen wie es reichen müsste und wenn wir hier einfach sagen ja das ist mir jetzt egal das schmeiß ich weg oder da schneide ich ab.

00:08:05: Das finde ich einfach ziemlich daneben.

00:08:07: also für mich ist es nicht Marketing Für mich ist Es einfach das was Ich empfinde.

00:08:12: Und ich möchte Jetzt auch Nicht weil ich irgendwo im Fernsehen war Dann Irgendwann Sagen Müssen Ich Mache jetzt anders Weil das Ist Einfach meine Meinung und Dazu stehe Ich und Es wird auch immer so Bleiben.

00:08:22: Also Ich verarbeite gerne Unsere regionalen Sachen Steht da voll dahinter.

00:08:28: Du hast gerade schon die Rindviecher erwähnt, du bist ja Botschafterin für das rote Vogelsberger Höhenvieh.

00:08:35: Was hat dich an dieser alten Rinderrasse so gepackt, dass du öffentlich dafür eintrittst?

00:08:39: Ich finde, Rindfiech ist fast eine Beleidigung!

00:08:43: Also die Vogelsberger-Hönenvieh... Rinderassel ist für mich sehr besonders.

00:08:49: Es sind relativ kleine Rinderassee, die wir hier im Vogelsberg haben und Wir haben zum Beispiel der Jonas Trippner, der den uns liefert oder der Florian Beats.

00:09:00: Ich finde diese Zusammenarbeit schon zum Züchter also das ist ja dann sozusagen keine Zucht.

00:09:06: die lieben ihre Tiere im Wahnsinnig.

00:09:10: Den Jonas kenne ich eigentlich schon seit der Schule und Der wollte, der hat sich eine Kuh gewünscht.

00:09:16: Das finde ich besonders toll!

00:09:17: Der hat dann auch einen zum achzehnten Geburtstag meinig, weil jetzt möchte ich keine Lügen erzählen bekommen und hat das sich dadurch aufgebaut.

00:09:24: Jetzt ist dieses Vogelsberger Wünfi ja eine sehr kleinere Rinderrasse was diesen aromatischen nutzigen Geschmack auch zutage bringt.

00:09:33: Ja also dieses Fleisch ist ganz toll und wir haben eine Landschaftspflege da durch hier im Vogelsberg verschiedene Rinder rassen jetzt im Murnau, das ist Murnauer Rind.

00:09:48: Ich weiß es gerade der Name leider entfallen aber ich finde dass wir hier im Vogelsberg viele verschiedene Sachen haben und Gerade diese Verwendung von diesen regionalen Sachen.

00:10:00: ist das jetzt nicht so einfach, wenn man Riesenveranstaltungen hat.

00:10:04: Dann muss man sich ein bisschen überlegen wie man das mit einem Tier macht.

00:10:07: Wir haben zum Beispiel ein ganzes Rind und da kommen zwei Rosebeaks raus und zwei Filets.

00:10:13: Da muss man schon alles verwenden damit auch.

00:10:16: Und dann haben wir uns überlegt, wie können wir das am besten lösen?

00:10:19: Wenn wir das jetzt auf unsere Speisekarte setzen, weil der Mensch will ja immer eine Speise Karte.

00:10:25: Ich bin gar nicht der Meinung dass man immer ne Speise karte braucht Sondern wenn man Eine fachlich tolle Empfehlung bekommt von was ganz frischem regionalen Dann ist das sehr viel cooler wie eine speisekade Auf der jeden tag das gleiche ist und der koche jeden tag Das gleiche kochen muss.

00:10:40: Ja Und dann habe ich gesagt okay?

00:10:44: Wir kaufen dieses halbe Rind oder ein ganzes Rind und verwerten einfach alles.

00:10:49: Und dann gibt es halt einen, sage ich mal drei-tage langen Oxtail-Soup von dem Ochsen-Schwanz weil es gibt ja nur einen Ochsen Schwanz das muss man ja auch verstehen.

00:11:00: Dann gibts mal einen Tafelspitze.

00:11:02: da haben wir ja dann auch eine begrenzte Anzahl von und so verwerten wir halt das ganze Tier wobei verwerten finde ich eigentlich auch keinen schönen Ausdruck.

00:11:11: also Wir können das zubereiten und wir haben verschiedene Cats dann auch von den Metzgern, was ich einfach ganz toll finde.

00:11:19: Diese enge Zusammenarbeit zwischen Landwirt, Metzger, Zerleger und Betrieb.

00:11:25: Wenn es jetzt Gäste gibt die zum Beispiel Wagyu haben möchten würdest du dich einlassen und Wagyu mit auf die Karte nehmen oder lieber sagen probiert das Brote Vogelsberger

00:11:38: Höhenvieh?

00:11:38: Na da hast du mich!

00:11:41: Ich würde Ihnen auf jeden Fall sagen, probiert das rote Vogelsberger Höhenvieh.

00:11:44: Weil meines Erachtens ist es wunderbar!

00:11:47: Also es hat eine ganz tolle Memorierung und ich glaube der Junas streichelt es auch.

00:11:54: Bei klassischer Musik

00:11:56: Ja... Und der Flo macht das bestimmt auch.

00:11:59: Also ich glaube diese Tiere haben einen sehr schönen Aufzucht.

00:12:05: Also die letzten Jahre habe ich kennengelernt.

00:12:07: Die Viecher waren in Auge mit mir Und da hab ich mir gesagt, nein.

00:12:11: Ich kann euch nicht

00:12:12: essen.".

00:12:13: Ja?

00:12:14: Weil die eben nicht so groß sind.

00:12:15: Die sind sehr schön.

00:12:17: Aber ich finde, Schönheit hat nichts damit zu tun, wenn man es essen kann oder nicht.

00:12:22: Weil dann müsste ich auch sagen, irgendwie ist eine Gurke auch schön.

00:12:25: Die kann ich ja auch nicht essen.

00:12:26: Weil jeder hat seine Schönheit in sich und beim Tier ist das ganz wichtig.

00:12:32: Mir ist es besonders wichtig, dass es anständig gehalten wird.

00:12:36: Dass es anständig geschlachtet wird... Und das ist eigentlich kein Leid, währenddessen ihr fahren muss.

00:12:41: Und dann finde ich kann man ganz problemlos Fleisch und auch Gemüse

00:12:45: essen.".

00:12:45: Der Vogelsberg als Genussregion für viele Auswärtige noch eine Entdeckung – was muss man hier einfach erlebt haben?

00:13:06: Da war das nicht so einfach rauszugehen und einfach mal seine Ruhe zu haben.

00:13:12: Das geht hier wunderbar, wir können einfach rausgehen!

00:13:14: was ich dann zum Beispiel sehr, sehr gerne mache ist Motorradfahren.

00:13:18: Das ist so mein Steckenpferd.

00:13:19: also wenn ich rausgehe gehe ich Motorrad fahren hier im Vogelsberg diese schönen engen Kurven oder Fahrrad fahren.

00:13:26: Also es gibt so viele Sachen die man hier erleben kann.

00:13:29: wir haben ja den Dutterweg und gibt verschiedene Sachen.

00:13:32: der hohe Rutskopf an sich is nicht alles das was der Vogelsberg bietet sondern er bietet so viel mehr drum herum diese Bergmähwiesen.

00:13:41: manchmal kann man auch diese Schäfer noch Beobachten, die mit ihren Lämmern auf den Bergmähwiesen unterwegs sind.

00:13:48: Man kann auch das Vogelsberger Höhenvieh betrachten wenn man natürlich weiß wo man hingeht.

00:13:52: Also es gibt ganz viele schöne Dinge.

00:13:55: Holger warst du eigentlich schon mal hier unterwegs?

00:13:57: Ich war schonmal hier unterwegs.

00:13:58: ich habe mir ja auch die Bergmahwiesen angeguckt

00:14:01: Und wie hast Du sie gefunden?

00:14:02: Super, aber jetzt machen wir wieder den Rollentausch.

00:14:05: Wir müssen nämlich über Pralinen reden!

00:14:08: Du hast eine eigene Manufaktur aufgebaut.

00:14:10: Beliefer's Veranstaltung in Hamburg warst auf der größten Barconvention in Berlin?

00:14:15: Wie wird man aus dem Vogelsberg heraus zur Schokoladenkönigin?

00:14:20: Ich denke durch Qualität und dadurch, dass ich immer das bestreben habe irgendwie das beste Produkt rauszugeben.

00:14:27: Also ich würde niemals in meinem Leben was rausgeben, was sich selber nicht für perfekt empfinden würde.

00:14:35: Und ich glaube wir haben ja ganz klein eigentlich angefangen.

00:14:39: Das war während Corona.

00:14:40: da haben wir Pralinen sozusagen verschenkt.

00:14:44: Ja, zum Essen damit wir so Mehrwert haben und dann haben verschiedene Gäste hier aus der Region aber dann gefragt ob man die auch erwerben kann.

00:14:52: Und dann habe ich gesagt na ja erwärmen ist leider noch nett weil ich hatte ja zu diesem Zeitpunkt noch keinen Schokoladier.

00:15:01: also Diese Ausbildung bei der Handwerkskammer in Deutschland muss man in die Handwerksammer eingetragen sein, um das zu verkaufen oder man muss einen Meisterbrief im Konditorenhandwerk haben.

00:15:14: Soll ich dir davon erzählen?

00:15:16: Ja!

00:15:19: Und das ist ein bisschen kompliziert, weil ich war ja auf der Hotelfachschule und dann habe ich bei der Handwerksrolle sozusagen also bei der handwerkskammer angerufen muss dann in die Handwercksrolle eingetragen werden.

00:15:31: Die haben gesagt naja Frau Gernam wir können ihnen sowas machen.

00:15:35: Also sie müssen nochmal drei Prüfungen ablegen und es kostet ein bisschen Geld.

00:15:41: und dann können wir nach Paragraf acht Den Paragraf weiß ich eigentlich gar nicht mehr.

00:15:46: Eine Ausnahmbölegung erteilen und dann musste ich vor der Handwerksrolle nochmal eine Prüfung ablehnen, da es gibt eine theoretische, eine praktische und ein betriebswirtschaftlichen Teil.

00:15:57: das heißt sie muss eigentlich dein Konditor sozusagen machen den Meister vom Konditur und damit du Pralinen verkaufen kannst.

00:16:05: Und dann waren die auch hier, und dann habe ich die Prüfen abgelegt mit der theoretischen Teil.

00:16:11: Den musste ich nicht mehr machen in den Betriebswirtschaftlichen, weil ich den nachweisen konnte mit dem ganzen Seminaren, die ich vorher gemacht hab – sonst könnte man das ja alles gar nicht!

00:16:19: Weil obwohl man so viele Seminare und was weiß ich alles gemacht hat ist dieses Pralinhandwerk doch sehr filigran- und man muss schon sehr lange praktisch üben bis es dann so

00:16:31: klappt.".

00:16:33: Ja, und dann haben sie mir das auf jeden Fall genehmigt.

00:16:35: Seitdem sind wir in der IHK eingetragen und auch in der Handwerksrolle.

00:16:40: Das heißt, wir bezahlen noch beide Beiträge aber jetzt dürfen wir alles!

00:16:44: Und dann ist da noch der Mücken-Schiss ein Produkt mit einem Namen den man nicht vergisst.

00:16:51: Wie ist er entstanden?

00:16:51: Und wie reagieren die Leute wenn Sie das erste Mal davon hören?

00:16:55: Also die Reaktion darauf ist meistens dass sie eher lustig sind und auch verdutzt die meisten Fragen Wie ist denn das entstanden?

00:17:04: Und dieser ganz ursprünglich kam es eigentlich von meiner Mutter.

00:17:10: Das ist auch mindestens schon über fünfunddreißig Jahre her, ich glaube, ich bin gerade auf die Welt gekommen und da hat meine Mama ein Dessert auf die Karte gesetzt und hat das Mögen-Schiss genannt und dann meine Oma schwer entrüstet.

00:17:24: Das ist aber die andere Oma, die ich noch nicht so bekannt.

00:17:28: Und sie saß an Tisch dreizehn.

00:17:30: Tisch Dreizehn ist eigentlich der Tisch, an dem ich so ein bisschen auch groß geworden bin und die war da drüber wirklich, wirklich erschüttert und hat gesagt, Christine, das kannst du doch so nett nennen?

00:17:39: Und dann hat sie gesagt, Ich mach' das einfach mal so.

00:17:42: Mal gucken wie das so läuft!

00:17:43: Und dann war er auf der Karte und alle haben es bestellt.

00:17:47: Und zwei Tausend Fünf haben wir den runtergenommen.

00:17:54: Ich habe gesagt, ich mache eine Praline für Mücke.

00:17:59: Also für unsere Region ein regionales Stück mit einer Füllung die jeder ist.

00:18:06: und dann hat meine Mama gesagt ja wie nennen wir den dann?

00:18:09: Dann habe ich aus Spaß gesagt ja Mückenschiss!

00:18:11: Und dann machen wir denen drei Farben bunt vielfältig und abwechslungsreich.

00:18:17: soll der heißen so wie Mücke aber ganz bestimmt kein Schiss.

00:18:22: Und die drei Farben stehen einmal für das... Also wir haben einmal blau, für die Luft.

00:18:28: Weil wir hier so gute Luft haben und weil meistens haben wir auch gutes Wetter, ja?

00:18:33: Hoffen wir!

00:18:35: Und Geld für die Sonne Und dieses Rot, also wir haben ja dann noch einen roten Strich in der Mitte.

00:18:41: Da haben wir ja einmal hier die Teufelsmühle im Vogelsberg und da habe ich gesagt das ist dann das Feuer, dass es auch ein bisschen feurig alles.

00:18:50: Die drei Farben laufen ja in der Mitte zusammen und das soll dann den Mittelpunkt von Hessen darstellen.

00:18:56: Also das ist jetzt die vollumrundete Version zum Mücken Schiss.

00:18:59: Die hab' ich glaube ich noch nirgendwo erzählt aber eigentlich ist der Ursprung wirklich die Mama vor zwei Jahren.

00:19:06: Mücke ist der geografische Mittelpunkt Hessens.

00:19:09: Liegt da ein gewisser Witz darin, dass ausgerechnet von hier eine Praline mit so einem furchtlosen Namen durchs Land geht?

00:19:16: Ja wie ich eben halt schon gesagt habe ja es soll schon auch ein bisschen witzig sein.

00:19:21: also das ist nicht jetzt weil ich jetzt kein Humor habe oder wer hier nicht.

00:19:26: Ich glaube wir sind einfach schon sehr humorvolle Leute.

00:19:29: deswegen gibt's ja auch den Mücken schwarm.

00:19:31: Das ist der Nachfolger vom Mückenschiss.

00:19:33: Und es wird auch noch einen Dritten geben, aber den kann ich dir heute noch nicht verraten.

00:19:37: Tigermücke?

00:19:38: Nee nee!

00:19:39: Vorne steht immer die Mücke.

00:19:42: Was kommt als Nächstes?

00:19:43: Hast du noch etwas in der Pipeline das du schon verratenn kannst?

00:19:46: Also ich habe noch was in der Pipelein.

00:19:49: Es geht auf jeden Fall darum dass wir was regionales haben, was sehr besonderes und so ganz... Verraten kann ich es dir leider noch nicht, weil das ist noch so ein bisschen in der Mache.

00:20:03: Aber es wird auch ums Restaurant gehen und... Ich bin gerade damit überlegen wie ich's formulieren kann, damit ich noch nicht zu viel verrate.

00:20:13: Aber Es wird lecker!

00:20:14: Es wird auf jeden Fall sehr lecker.

00:20:15: Es ist was, was glaube ich mir und meiner ganzen Familie sehr am Herzen liegt Und es ist auch etwas, was wir immer sehr gerne zusammen machen.

00:20:25: Das ist noch was Kleines vorweggenommen und ich glaube, wir würden dazu einfach alle einladen die da drauf Lust haben.

00:20:31: Und das wird so etwas wie eine Veranstaltung aber in einem ganz neuen Stil und sowas wird es noch nicht gegeben haben.

00:20:38: Wenn du jemanden sagst komm in den Vogelsberg und lass dich verwöhnen Was is der eine Moment den Du versprichst?

00:20:45: Ich glaub Der moment ist diese Herzlichkeit die man hier im Vogels Berg erfahren kann und Es Ist Nicht nur Herzlichkeit Sondern Es ist auch So Ein Ganz gewisses, also hier würdet ihr jeder sagen was er denkt und das ist auch etwas ganz besonderes.

00:21:02: Der Vogelsberger an sich ist einfach so ja du kommst und dann nimmt der dich irgendwie auf aber er sagte vorher auch mal was er dennkt.

00:21:11: Ja Und ich glaube der besondere moment ist dass man hier sehr sehr herzlich auch empfangen werden kann so schöne Sachen erlebt, die ganz fern ab von irgendwelcher Technik ist.

00:21:24: Aber man muss sich auch ein bisschen drauf einlassen ja?

00:21:27: Also wenn ich sage, ich gehe in Wald dann kann ich einfach mein Handy zu Hause lassen weil das tut manchmal sehr viel

00:21:32: besser.".

00:21:33: Der Vogelsberger is rau aber herzlich!

00:21:35: Schau mal bitte auf den Tisch.

00:21:37: da liegen meine Impulskarren.

00:21:39: Die gibt es immer zum Schluss unseres Gesprächs Wenn du bitte eine Karte ziehst laut vorliest und dann spontan antwortest.

00:21:47: Das mache ich gerne, die haben auch schon eine schöne Farbe.

00:21:51: Wie geht es deinem Fuß, deinem Bauch und deinem Kopf?

00:21:54: Mit so einer ehrliche Antwort!

00:21:57: Also mein Fuß, dem geht's gerade ganz gut weil ich gehe zu Podologen, meinem Bauch geht's wunderbar und meinem Kopf gehts auch herausragend, weil ich geh mich jeden Tag spazieren.

00:22:09: Im Wald.

00:22:11: Julia, vielen Dank für dieses tolle Gespräch.

00:22:14: Ich werde mich jetzt mal um das rote Höhenfie kümmern und ich habe gehört hier gibt es so einen leckeren Sauerbraten.

00:22:22: Ja, dass ist unser Sauer Braten vom Vogelsberger Höhenvieh mit Kartoffelklößen und unserem Apfelrotkohl.

00:22:30: Prima!

00:22:30: Vielen dank Tschüss!

00:22:32: Ciao!

00:22:42: abonniert unseren Podcast-Kanal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.