Mescheder Kloster mit Kosmos-Garantie
Shownotes
Wir dachten ja immer, im Kloster schwebt man stumm auf Wolke sieben. Abt Cosmas von der Abtei Königsmünster im sauerländischen Meschede stellt in der neuen Podcastfolge klar: Kloster ist eigentlich wie Familie. Man hat sich die Leute nicht ausgesucht, manche nerven gehörig und am Ende freut man sich trotzdem über die frische Wäsche im Regal. Warum ihm im Sauerland trotzdem alle „Kosmos“ hinterherrufen, was er macht, wenn im „Haus der Stille“ die Türen knallen, und weshalb selbst ein Abt mal im Bauch kocht, wenn’s ungerecht wird – jetzt in der neuen Folge Sprechstoff Hörreise. Reinhören lohnt sich: Ein Gespräch mit viel Geist, trockenem Humor und ganz ohne Weihrauch-Patina.
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00:00:00: Die Abteikönigsmünster befindet sich auf dem Klosterberg in Meschelde.
00:00:06: Und die Mönche sind vor knapp hundert Jahren hierhin gekommen, um die Rektoratsschule der Stadt zu übernehmen.
00:00:15: Denn die Stadt suchte einen Träger für diese Schule und die Möhnchen hatten Interesse eine frisch gegründete Bendictina, ein frischgegründeter Bendictinerverband aus Bayern, die hatten Interesse einfach auch im norddeutschen Bereich Menschen zu finden junge Männer für Kloster und für Mission.
00:00:36: Und da war eben Schule ein super Zugang!
00:00:39: Und bis heute ist auch die Schule für uns ein ganz wichtiger Bestandteil.
00:00:43: Wenn man auf den Klosterberg fährt kommt man erst an der Schule vorbei, die eben sehr prägend ist für uns.
00:00:49: Wir werden das kommende Schuljahr mit unserer höchsten Schülerzahl beginnen weil wir dann dreizügig bis in die dreizehnte Klasse sind.
00:00:59: Dann kommt die Abteikirche, ein ganz entscheidender Bau hier oben Mitte der Sechziger eingeweiht und gegenüber von der Abteekirche befinden sich dann das Haus der Stille und die Oase, bis man dann schließlich weiter fährt Richtung Klostergarten an dem Altbau des Klosters herbeikommt.
00:01:27: Holger Bernhard.
00:01:37: Eigentlich sollte er Stefan oder Johannes heißen, wurde als Ordensmann jedoch nach zwei heiligen Ärzten benannt und heißt im katholischen Westfalen für alle trotzdem nur abt Kosmos.
00:01:49: In der aktuellen Folge von Sprechstoffhöhereise zeigt Abt Kosmas wie ja richtig heißt von der Abtei Königs Münster in Meshede dass das Leben hinter Klostermauern erstaunlich wenig mit verklärter Romantik zu tun hat.
00:02:04: Ein Kloster ist nämlich vor allem eins.
00:02:06: Es ist wie eine Familie, die man sich nicht ausgesucht hat – da gibt es Brüder, die Nerven, saubere Wäsche, die wir durch Zauberrei im Regal landet und Besucher, die im Haus der Stille erst mal lernen müssen, wie laut sie eigentlich durch die Gänge stapfen.
00:02:21: Ein meisterhaft unaufgeregtes Gespräch über den schmalen Grad zwischen Innenschau und Trott Diskretio als Kunst der richtigen Unterscheidung und was passiert, wenn selbst ein Abmal so richtig sickig wird.
00:02:34: Reinhören lohnt sich überraschend bodenständig geistreich und garantiert ohne Weihrauchpräsenz.
00:02:40: Ich bin Holger Bernhardt und wünsche viel Spaß beim Zuhören!
00:02:43: Also ich bin ab Kosmos hier für die Gemeinschaft verantwortlich.
00:02:50: Ich bin seit knapp vierzig Jahren hier in der Gemeinschaft, hatte verschiedene Aufgaben.
00:02:59: Ich konnte lange studieren was mir viel Spaß gemacht hat und von dem ich auch auf einiges einbringen zu können habe dann das Haus der Stille geleitet schließlich den Gastbereich als ganzes zusammengelegt übernommen war auch in der Ausbildung von Brüdern tätig hatte auch eben Lehraufträge in St.
00:03:19: Augustin bei den Steilern zum Thema, das sind so meine Schwerpunkte von der Mentaltyologie und Religionswissenschaft weil vor allen Dingen wir persönlich auch der Dialog der Religion ein großes Anliegen ist Und wie als Missionsbiniktiner ja auch weltweit Kontakt haben mit Menschen an der Religion aber auch mit der ganzen Bundheit des katholischen Glaubens und diese Vielfalt macht mir viel Spaß.
00:03:42: Moin abt Kosmas
00:03:44: Moin
00:03:45: Sie heißen mit Vornamen Kosmas.
00:03:48: Steht das so auch in Ihrer Geburtsturkunde oder haben sie sich den als Ordensbruder zugelegt?
00:03:54: Ich sollte eigentlich Johannes heißen wie mein Großvater im mütterlicherseits, ich war aber nur neun vierzig Zentimeter lang ein bisschen kurz und meine Mutter meinte dass wäre zu lang.
00:04:05: damit kam ich den Namen Stefan.
00:04:07: schließe ich den Name Stefan Johannes und der steht doch heute noch im Personalausweis.
00:04:10: Als ich eintreten wollte, war klar.
00:04:13: Ich werde den Namen nicht behalten können weil wir schon auch gucken dass jeder Name einfach vertreten ist.
00:04:19: Stefan hieß damals der Abt und Johannes gab es schon in drei Varianten so das klar war keine Chance Und ich habe natürlich dann nach einem möglichen Namen gesucht und Dann kam mir der Name Kosmas in den Sinn Weil eben auch schon ein Damian existierte.
00:04:37: Kosmas und Damien sind zwei Brüder die im dritten vierten Jahrhundert gelebt haben und als Ärzte, als Heiler tätig waren.
00:04:46: Und ich dachte, Damian ist vergeben, Kosmas ist noch frei!
00:04:52: Ich finde es schön das Bild... Die beiden haben zusammengewirkt, der Mensch kann nicht allein sein.
00:04:58: Das ist der Grund warum mich eine Gemeinschaft gehe so dass praktisch Damian Cosmas in der Tradition schon Gemeinschafters ausdrückt Und weil sie beide als Heiler, als Ärzte tätig waren und ich dachte das passt eigentlich gut in meine Vorstellung von Seelsorge.
00:05:15: Es geht um Heilung, um Begleitung, Unterstützung von Menschen und deshalb passt der Name Kosmos ganz gut.
00:05:21: Wobei ich leider selbst im katholischen Westfalen oder im Katholischen Rheinland erleben musste.
00:05:28: die sagen alle Kosmos!
00:05:29: Da muss ich mal sagen Ich bin da nur kleiner.
00:05:32: also Kosmas
00:05:34: Wenn man hier auf den Klosterberg kommt, ist das eher eine Auszeit vom Leben da draußen oder eine sehr konzentrierte Form von Leben?
00:05:45: Also... Man könnte sagen es ist beides.
00:05:49: Es ist einerseits ein Auszeit für Menschen die hinkommen aus ihrem Alltag.
00:05:56: Aus dem Leben kommen wir nie ganz raus aber aus dem Alltag du dem Trott auf der hält, aber mit uns auch belastet kommt man raus und konnten eine andere Welt.
00:06:08: Manche sagen auch so Kloster gehören zu den Anderswelten.
00:06:13: Und das bietet ja eine Chance, eine ganz neue Perspektive auf das eigene Leben, auf einen eigenen Alltag zu bekommen.
00:06:19: Die Rhythmik hier ist sowohl des Raumes weil viele Dinge haben ihren spezifischen Ort Und die Rhythmik der Zeit, also die Gebetzeiten und die Mahlzeiten sind dann so eine Hilfe in diesen Gitternetz von beiden.
00:06:32: Von Raum und Zeit ja zu sich zu kommen.
00:06:35: Da ist ne Grundhaltung, Grundrahmen der einen trächt und man kann das Abenteuer wagen, sich vielleicht mal selber auf den Spur zu kommen.
00:06:42: Was suchen die Menschen, die ins Haus der Stille kommen?
00:06:45: Gott, Ruhe, Orientierung.
00:06:47: oder einfach mal ein paar Stunden ohne Handyempfang?
00:06:50: Mit dem Handy-Empfang ist es so eine Sache.
00:06:53: Als wir das Haus bauten, da war gerade, zeigt natürlich so ein Beginn ab des digitalen Zeitalters.
00:06:58: Das war in dem Jahr zwei Tausend Eins die Einweihung.
00:07:01: Wir haben trotzdem Telefone auf die Zimmer gelegt und dann merken wir nur wenn die Menschen da telefonieren und ans Fenster gehen – es ist eine Stahlkonstruktion, die das nach außen abdeckt.
00:07:11: Die ist hohl!
00:07:12: Dann wird das wahnsinnig toll durchs Haus geleitet.
00:07:15: Und wir haben dann gemerkt, dass es echt eine Herausforderung ist, das Handy abzugeben will.
00:07:20: Da ist kein Zwang.
00:07:21: Aber das Haus der Stille ist von der Art her so gebaut, dass es nicht Stille macht.
00:07:26: Sondern dass es mich zurückspiegelt, so wie ich drauf bin und er lebe oft, dass Leute so ankommen, da knallt die Tür entschlossen, dann stapft man durchs Haus Und je länger man da ist, desto feiner wird man in der Wahrnehmung dessen was man selbst als lauter auffabriziert.
00:07:45: Und ich merke, wenn die Leute zu sich kommen werden sie Stück für Stück auch schrittweise ruhiger nach innen aber auch nach außen.
00:07:54: und das ist eigentlich die Idee vom Haus der Stille in diesen eigenen Stilleraum eintreten zu können.
00:08:00: Was steckt hinter Ihrem Klosterangeboten für eine bewusste Auszeit?
00:08:04: eher spirituelle Einladung praktisches Innerhalten oder ein bewusst offenes Angebot an Menschen, die einfach mal raus müssen?
00:08:12: Ja, es geht genau darum eben diesen eigenen Stilleraum zu entdecken.
00:08:16: Selbst innerlich zur Ruhe zu kommen um dann wenn Stille da ist viel stärker wahrzunehmen oder wenn ich mit der Bendigsregel spreche hören also wirklich jetzt akustisch dieses Bild nach innen zu hören was mich bewegt und was mich bedrückt was mich trägt und dadurch zu sich selber zu kommen.
00:08:37: Denn das ist ja die Idee von Stille, die Stille als Ort wo ich auch mit mir konfrontiert bin in meiner Suche.
00:08:44: und dann sind wir auch ganz schnell bei so Fragen Ja, was ist für mich letzter Grund?
00:08:49: Was trägt mich?
00:08:50: Welche Rolle spielt Gott in meinem Leben überhaupt?
00:08:53: oder wenn wie oder was ist die Alternative dass man einfach tiefer dem Leben auf den Spur kommen möchte also nach Sinn sucht und sich davor tasten?
00:09:04: Ora et labora klingt schön knapp.
00:09:07: Wie sieht dieser alte Kloster-Satz heute ganz praktisch
00:09:10: aus?
00:09:11: Ja, der alte Klostersatz ist wirklich sehr, sehr alt.
00:09:14: Der geht also in der Tradition zurück auf den Gründer des Mönchstums, traditionell ist das der Gründter des Möhnchtums Antonius von Ägypten, der eben Einsiedler war und er dann in einem Gebet gesagt hat zeichne wie ich heil finde.
00:09:30: Und der war gerade vor seiner Hütte, saßt er und war am Flechten von Kurben oder Seilen.
00:09:36: Dann sagte eine Stimme guck nach vorne und da sah einer Gestalt.
00:09:41: Die Gestalt hockte auf dem Boden und arbeitete.
00:09:44: Dann erhob sie sich, pralte die Hände aus.
00:09:46: so'n Betete und das zu im Wechsel.
00:09:48: Und dann sagte die Stimme, bete und arbeite!
00:09:51: So wirst du das Heil
00:09:52: finden.".
00:09:53: Das bringt es auf den Punkt damals und das nennt schon die Rhythmik, die einfach das Mönchtum dann übernommen hat.
00:09:59: Und auch Benedikt steht sich dem folgt.
00:10:02: und das heißt eben einerseits Ausrichtung zu Gott hin immer wieder die Perspektive vertiefen und andererseits dass Arbeiten auch aus dem praktischen Grund einfach den Lebensunterhalt zu verdienen.
00:10:16: Das ist im Benedikt auch wichtig.
00:10:18: also die Form des Bettelmönchtums war ihr bei den Mönchen damals nicht so präsent und eher verpönt, sondern es ging darum durch die Arbeit eine einfache Arbeit, bei der man auch beten kann.
00:10:31: Durch die Arbeit Geld zu verdienen um den eigenen Unterhalt oder auch für die Unterstützung der Armen was du erwirtschaften.
00:10:36: und das ist beides da.
00:10:37: und ich finde es ganz gut weil Es geht auf der einen Seite denn es geht bei Beidem um die Existenz einmal um die leibhafte Existenzen.
00:10:45: ich brauche was zu essen ich brauchen auch zum schlafen brauchen auch Zum wohnen das zu sichern durch die Arbeit und auf der anderen Seite, die tiefe Existenz, da ich gehalten bin getragen bin von Gott.
00:10:57: Und geführt werde mich auf ihn hinaus richten
00:10:59: soll.".
00:10:59: Viele stellen sich Kloster als stille Harmonie vor!
00:11:03: Wie viel Reibung Humor und ganz normale menschliche Eigenheiten steckt wirklich in ihrer Gemeinschaft?
00:11:08: So mit siebzehn Jahren hatte ich klar, dass ich Priester werden wollte... ...und war so ein bisschen in der Frage jetzt als Weltpriester Also Pfarrer, Pastor oder als Ordensmensch.
00:11:24: Weil ich merkte so, als Pastor habe ich eine sehr besondere Stellung in der Gemeinde und da kann auch die Gefahr sein dass die Menschen sehr nett zu mir sind.
00:11:35: Und erst wenn es ganz dicke kommt sagen junge Elis aber völlig falsch Wenn ich Glück habe.
00:11:39: das ist Sagen und nicht nur untereinander.
00:11:41: Bei der Gemeinschaft habe ich mir hofft Da hab' ich Menschen die sind zugegenüber Die sagen mir Mensch das läuft gut.
00:11:48: Die sagen aber auch, pass mal auf hier ist ein bisschen schräg.
00:11:51: Der damalige Erstbischof den habe ich dann gefragt hab gesagt ja überleg so Priester und hat der gesagt Ja Junge So Kloster is wie Familie die kann man sich nicht aussuchen.
00:12:03: Das kann ganz gut sein das kann aber ganz schön anstrengend sein.
00:12:06: Geh immer erst ins Konvikt wärt mal Priester.
00:12:08: hier für die Diözese Habe ich dann auch artig gemacht Und dann aber gemerkt, ne mir ist diese geistliche Suche auch noch mal wichtig und auch bewusst einen Raum zu haben wo das Geistliche spirituelle gelebt werden kann.
00:12:20: Das sehe ich in so einem sehr dichten Pastorenalltag wirklich aus ihr herausvollen.
00:12:26: man ist dann auch alleine und habe dann gewechselt zur Abtei und da muss ich sagen klar für mich stand Gemeinschaft im Blick und ich hab dann aber auch gedacht na der Erzbischof hatte nicht ganz Unrecht.
00:12:37: es is hier wirklich wie ein Familie eine bunte Truppe.
00:12:41: Ich hab's mir nicht ausgesucht, die sind da.
00:12:44: Und es gibt Leute, die nerven mich und es gibt Leuten mit denen komme ich.
00:12:49: klar ist so wie in jeder Gruppe, wenn ich reinkomme dass es ein paar wenige gibt, die man doof findet.
00:12:55: Ein paar mit dem man superklar kommt und eine Menge mit dem er irgendwie klarkommt.
00:12:59: und das ist hier bei uns genauso.
00:13:01: Und da ist es so wie auch in der Familie, die Art und Weise damit umzugehen ist unterschiedlich.
00:13:07: Man kann das
00:13:08: herausfordernd
00:13:09: finden, man kann neugierig bleiben für die Verschiedenheit.
00:13:12: Man kan aber auch genervt sein, je nachdem hängt auch ein bisschen von der eigenen Stimmungslage auf, wie man damit umgeht.
00:13:19: Was ist im Kloster der größere Luxus?
00:13:21: Stille, Struktur oder die Erfahrung dass man nicht alles allein tragen muss?
00:13:27: Ja spannende Frage.
00:13:29: Die Struktur ist sehr klar gegeben, wobei immer noch in den eigenen Aufgaben man selber auch nochmal unter Umständen Strukturen entwickeln muss.
00:13:38: Die Stille ist nicht selbstverständlich.
00:13:41: Früher war das so dass es ein sehr strenges und früher heißt dann also vom Konzil oder die kurze Zeit danach, dass man also wirklich bei Tag nicht miteinander sprach und man hatte eine besondere Zeitrekreation, wo Gespräch möglich war.
00:13:55: Das hat sich verlaufen, weil heute ist da eine Offenheit.
00:13:58: Man sieht sich und man spricht sich so dass das Bedürfnis nach dieser besonderen Zeit auch nicht mehr so stark war und wir es in dem Maße auch nicht haben.
00:14:07: Also von daher ist Stille durchaus auch wenn sie gelingt ein Geschenk und spannend ist wirklich zu sehen.
00:14:15: auf der einen Seite tatsächlich Ich muss nicht alles machen, ich bin entlastet.
00:14:19: Aber auch wie bei der Familie ist die Gefahr da.
00:14:23: Man weiß einer kocht und eine arbeitet.
00:14:26: Einer macht diese Geschichte.
00:14:29: Das wird dann so normal.
00:14:31: Und dann verliert man ein bisschen die Wertschätzung dass man seine Wäsche abgeben kann das sie gewaschen wird.
00:14:36: Dann verteilt wird in Regale nach einem Wäschendummer und da hole ich mir dann die fertige Wächer ab.
00:14:40: Dass man sich an einen gedeckten Tisch schätzen kann.
00:14:43: So dass es nicht mal genügend wahrgenommen wird.
00:14:47: Auch die Erfahrung manchmal zu sagen, Mensch finde ich jetzt Unterstützung.
00:14:50: Wie geht fast?
00:14:50: Weil auch jeder gut versorgt ist, sein Gefühl nach und den einen gerade genug zu machen.
00:14:56: Da auch so gucken wie verteilen wir Aufgaben, wie können wir uns da gut austauschen?
00:15:02: ja das muss alles wieder neu erarbeitet und im Blick genommen werden.
00:15:05: was hat sich persönlich an diesem Leben am meisten überrascht?
00:15:09: Ja es gibt so Überraschungen in zweierlei Richtung würde ich sagen.
00:15:14: Es gibt die Überraschung, die zur Ernüchterung führt.
00:15:16: Wo man denkt ist doch eigentlich klar oder müsste doch jetzt so sein?
00:15:20: Oder müsste klappen und dann merkt man nee scheint nicht so zu sein!
00:15:24: Ist irgendwie schwierig oder mühselig oder eine Selbstverständlichkeit die ich so sehe wird von anderen nicht so wahrgenommen dass das wie eine Wahrnehmung anders ist als oder Einschätzung anders isst als die der Andern Und umgekehrt auch im positiven Szenen zu sehen.
00:15:39: es gibt Jemanden, wo man denkt und ist dann ... Man ist plötzlich überrascht wenn da eine Bewegung eintritt.
00:15:46: Eine Veränderung der Bereitschaft auch da anzupacken, woran vorher nicht war oder einen Beitrag zu leisten, der vor von keinem Blick war.
00:15:54: also das gibt es eben auch.
00:15:56: Es gibt Überraschungen in beidelei Hinsichten.
00:15:58: Und da bin ich aber auch ganz froh drum weil sonst würde man vor Leuten trott vertrotteln.
00:16:02: Also wirklich gut dass immer wieder auch Brüder ein überraschen können im guten Aber manchmal auch im herausfordernden Sinn
00:16:10: Wenn junge Menschen mit Fragen nach Berufung, Sinn oder einer Auszeit zu ihnen kommen.
00:16:15: Woran merken sie das?
00:16:17: es mehr ist als eine nette Idee für Zwischendurch?
00:16:21: Das Schöne ist hier so von der benektinischen Tradition auch in der Regel schon grundgelegt dass die Wahrnehmung des Alltags das entscheidende ist.
00:16:33: also man kann nur Tests machen und zu gucken wie es einer so drauf.
00:16:36: Aber eigentlich ist es so, wenn ich mit jemandem Alltag teile und das ist ja auch für viele die herausfordernd normal leben.
00:16:44: Dass wenn man so alleine lebt ein paar bildet dann zusammenzieht.
00:16:47: im Zusammenziehen merkt man allein der Umgang mit Zahnbürsten oder Zahnpasta ausdrücken oder wie reinigt die Kaffeemaschine oder wie streiche ich die Butter schneide ich die butter da geht's auf einmal los in Kleinigkeiten.
00:16:59: Soalltag zeigt es Und der Benedikt schreibt schon in der Regel also wenn jemand kommt Interesse hat am Leben, das Leben mit dem Kloster zu teilen.
00:17:09: Dann ist so ein Maßstab zu gucken, zwei Elemente.
00:17:12: also sucht er wirklich Gott weil darum geht es im Kloster und das zeigt sich natürlich ganz praktisch auch kommt er zum Gebet?
00:17:19: Ist er dabei oder macht er sich da einen schlampen Fuß?
00:17:22: Und das andere wie geht jemand mit Schwierigkeiten um denn wir nehmen hier hinkommt und denkt dass jetzt wunderbar ist es schön still und sind alle super nett zu mir?
00:17:32: dann wird er bald merken ne is nicht unbedingt so.
00:17:35: Und wie geht er damit solchen Widerständen um?
00:17:37: Also kann ich damit arbeiten, kann ich was aushalten.
00:17:40: Habe ich Ideen anders zu gestalten habe die Fähigkeit auszuhalten wenn es eben nicht gestalten kann weil's nicht in meiner Hand liegt und das ist ja die Kunst eigentlich eines jeden Menschen zu lernen so unterscheiden zwischen dem Was kann ich beeinflussen da mache ich mich stark was kann ich nicht beeinflussend Wie gehe ich damit um wie schütze ich mich und da die Balance zu finden und damit letztlich auch die Verantwortung fürs eigene Leben zu halten.
00:18:06: Also das wäre für mich der Maßstab, zu sehen... Im Kloster ist jemand richtig wenn er Freude am Gebet hat.
00:18:13: bei allen Zeiten wo man keine Lust hat und denkt jetzt gehe ich trotzdem hin Ist so auch bei anderen Menschen im Alltag.
00:18:18: Man hat auch nicht mehr Lust zu kochen und muss dann doch machen weil die Kinder das brauchen.
00:18:22: Und auf der anderen Seite die Bereitschaft mit Schwierigkeit zu ringen
00:18:27: Hand aufs Herz.
00:18:28: Kann man sich an ein Leben im Kloster so gewöhnen, dass man irgendwann denkt hier passt das mit Gott, Gemeinschaft und Alltag einfach zusammen?
00:18:38: Auch da würde ich jetzt fantasiemäßig oder von dem was ich so gehört habe Richtung Partnerschaftenbeziehung gucken.
00:18:45: Ich glaube auch da gibt es die Erfahrung von gelingen Momente wo's richtig toll ist Und wo die Momente Auch wenn man vielleicht dreißig Jahre oder vierzig Jahre verheiratet, ist.
00:18:55: man ändert sich ja auch in der Beziehung.
00:18:57: Wo man denkt, war das jetzt die richtige Entscheidung?
00:19:00: Also mal genervt es... also immer glatt läuft's nicht!
00:19:04: Ist hier auch gar nicht schlecht weil dann hätte man ja keine paradiesische Aussicht und hättest schon vor sich, da wollte man ja gar nicht weg.
00:19:10: Haben Sie eine Lieblings-Benedictiner Regel?
00:19:13: Sagen wir so ich habe so einen Lieblungsbegriff den für mich ein Kern der Benedichtsregel ist Und den finde ich total wichtig und der ist für mich auch der Grund, warum die Benediktsregel heute noch aktuell ist.
00:19:26: Weil das ist einfach menschlich.
00:19:27: das Grundthema und der Begriff ist Diskretio – Unterscheidung!
00:19:32: Im Leben gehört dazu ständig müssen wir uns entscheiden und um es gut machen zu können muss sich die Fähigkeit besitzen zu unterscheiden was gut ist und was nicht gut ist.
00:19:43: Und diesen Begriff, da kommt so das Bild der Waage auch steht im Hintergrund finde ich total geschickt.
00:19:48: Ich glaube dass das eine heraus von unserer Zeit ist, dass diese Balance... ...dass die Waage sich auf die gute Richtung einpendeln kann heute ziemlich aus dem Fummen geraten ist und wir erst recht diese Mühe haben müssen.
00:19:59: Wir können alles auch aushandeln, gemeinsame Wege zu finden!
00:20:12: Also erst mal ganz tief krabbeln.
00:20:15: Was kann dich schrecklich wütend machen?
00:20:19: Wie fühlt sich deine Wut dann an, also was mich wütent macht ist vor allen Dingen das war als Kind schon so Sachen die ungerecht sind.
00:20:29: ja und Dann merke ich dass im Bauch So Und auch auf der Bustebene und mir wird ganz wahr oder heiß und Das gefühl Platzes zu können wenn es richtig schlimm ist.
00:20:44: Und oft sind das Situation, wenn ich da so genauer hingucke, Ungerechtigkeit in der Wahrnehmung.
00:20:52: Als erstes stimmt fast nicht, weil es dann oft in einer Spannung liegt bei jemandem zwischen Selbstwahrnehmungen und Fremdwahrnähmung.
00:21:00: Da was gefordert wird oder erwartet wird von anderen unter Druck gesetzt werden ... weil man einfach nicht eine Balance ist, weil die Diskretion nicht stimmt.
00:21:08: Also wenn man es nicht klar hat und das mit einer gewissen Frechheit oder über Fortuner als anderen durchdrücken will also da werde ich echt sickig.
00:21:17: Ab Cosmos!
00:21:18: Vielen Dank für dieses tolle Gespräch und ich sage Grüß Gott!
00:21:22: Ja alles Gute Ihnen auch weiterhin!
00:21:36: Bis zum nächsten Mal bei Sprechstoff.
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